Vor der Geburt eines Kindes gibt es für die werdenden Eltern viele Fragen zu klären. Wer von beiden übernimmt die Betreuung und gibt vorübergehend seine berufliche Tätigkeit auf?
Gibt es finanzielle Unterstützungen, die vor Engpässen schützen, wenn das Gehalt eines Elternteils wegfällt? Denn vor allem die Sorge, in finanzielle Nöte zu geraten, ist für frischgebackene Eltern groß, da nicht nur ein Gehalt wegfällt, sondern zusätzlich auch viele Anschaffungskosten, wie beispielsweise für die Erstausstattung, anfallen. Wir haben die Antworten auf die häufigsten Fragen zum Thema Elternzeit, Elterngeld und Co. für euch zusammengefasst.
1. Wer hat einen Anspruch auf Elternzeit?
Anspruch auf Elternzeit haben Arbeitnehmer und Beamte, also diejenigen, die vor der Geburt ihres Kindes berufstätig waren.
2. Wie lange habe ich einen Anspruch auf Elternzeit?
Als Eltern könnt ihr euch bis zum dritten Geburtstag eures Kindes mit der Elternzeit abwechseln oder sie gemeinsam nehmen. Insgesamt stehen euch drei Jahre Elternzeit zu, die ihr bis zum achten Lebensjahr eures Kindes nehmen könnt.
3. Bin ich weiterhin in der Kranken- und Arbeitslosenversicherung versichert?
Seid ihr gesetzlich versichert, so seid ihr für die gesamte Elternzeit beitragsfrei in der Krankenversicherung und Arbeitslosenversicherung weiterversichert, sofern ihr keine versicherungspflichtige Beschäftigung ausübt. Seid ihr jedoch privat oder freiwillig versichert, müsst ihr weiterhin die jeweiligen Beiträge entrichten.
4. Darf ihr während meiner Elternzeit auch weiterarbeiten?
Parallel zur Elternzeit dürft ihr bis zu 30 Stundenpro Woche weiterarbeiten. Während der Elternzeit besteht außerdem ein Rechtsanspruch auf euren alten Arbeitsplatz. Es besteht jedoch kein Anspruch auf eine Rückkehr zu eurer ursprünglichen Tätigkeit.
5. Darf mein Arbeitgeber mir während der Elternzeitkündigen?
Nein, denn während eurer Elternzeit besteht grundsätzlich Kündigungsschutz. Wichtig ist, dass ihr euren Arbeitgeber die Elternzeit spätestens sieben Wochen vor ihrem Beginn schriftlich mitteilt.
6. Wem steht Elterngeld zu?
Einen Anspruch auf Elterngeld haben Arbeitnehmer und Beamte sowie Auszubildende, Studenten und Schüler. Auch Menschen, die vorher nicht erwerbstätig waren, können Elterngeld beziehen. Das Elterngeld wird allerdings vollständig auf Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe und dem Kinderzuschlag angerechnet.
7. Wie viel Elterngeld bekomme ich?
Das Elterngeld ist eine Lohnersatzleistung und wird aus dem bisherigen Nettoeinkommen
des antragstellenden Elternteils berechnet. Es macht etwa 65-67 Prozent des bisherigen
Einkommens aus und beträgt mindestens 300 Euro, höchstens jedoch 1.800 Euro pro
Monat.
8. Wie lange kann ich Elterngeld beziehen?
Ihr könnt über einen Zeitraum von maximal 12 Monaten Elterngeld beziehen. Nimmt euer Partner für mindestens 2 Monate auch Elternzeit, sokann das Elterngeld für eine Dauer von insgesamt 14 Monaten bezogen werden. Alleinerziehende erhalten übrigens 14 Monate lang Elterngeld.
9. Was ist ElterngeldPlus?
Für Eltern, die nach der Geburt ihres Kindes Teilzeit arbeiten gehen, wurde das ElterngeldPlus ins Leben gerufen. Es soll den Eltern dabei helfen, Kind und Karriere besser unter einen Hut bringen zu können. Wer sich für diese Variante des Elterngeldbezuges entscheidet, verlängert die Bezugsdauer des Elterngeldes auf bis zu 28 Monate, dafür wird
allerdings monatlich ein geringerer Betrag (etwa die Hälfte des zustehenden Monatsbetrags) ausgezahlt. Es gilt für diejenigen, deren Kinder abdem 01.07.2015 geboren wurden.
10. Welche weiteren finanziellen Unterstützungen stehen mir zu?
Vom Tag der Geburt eures Kindes an habt ihr außerdem einen Anspruch auf Kindergeld, welches ihr bei der zuständigen Familienkasse beantragen könnt. Seid ihr im öffentlichen Dienst tätig, könnt ihr das Kindergeld bei eurer Lohn- bzw. Bezügestelle beantragen. Für das erste und zweite Kind erhaltet ihr jeweils 192 Euro, für das dritte Kind 198 Euro und ab dem
vierten Kind einen monatlichen Betrag von 223 Euro.Für Schwangere, Alleinerziehende und Familien, die sich in finanzieller Not befindet, gibt es die Möglichkeit, sich an die "Landesstiftung für Mutter und Kind" zu wenden. Die Landesstiftung unterstützt auf Antrag mit ergänzenden Leistungen, wenn die gesetzlichen Hilfen wie zum Beispiel Elterngeld, Kindergeld, Sozialhilfe etc. nicht ausreichen.

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Elke Kramer