Fliegen mit Babys
Bis zu den Sommerferien ist es nicht mehr weit und viele Familien fiebern schon dem lang ersehnten Urlaub entgegen. Vor allem, wenn man mit Babys und Kleinkindern in den Urlaub fliegt, gibt es zum Thema Handgepäck oder Beschäftigungsmöglichkeiten vorher einiges zu planen und zu beachten, damit man entspannt in den Urlaub starten kann.

Vor dem Flug

Die Buchung
Bevor ihr die Flüge bucht, solltet ihr euch zunächst überlegen, ob ihr für euer Kind einen eigenen Sitzplatz buchen wollt oder vielleicht sogar müsst. Bis euer Kind zwei Jahre alt ist, darf es während des Fluges auf eurem Schoß sitzen. Für Kinder ab zwei Jahren muss dann ein eigener Sitzplatz gebucht werden. Die Preise für Babys variieren je nach Fluggesellschaft. Die ganz Kleinen zahlen meistens nur einen kleinen Prozentsatz des regulären Tarifs. Für Kinder im Alter von zwei bis elf Jahren gilt der Kindertarif. Dieser beträgt je nach Fluggesellschaft in etwa Dreiviertel des normalen Tarifs. Bei der Buchung der
Flüge solltet ihr außerdem auch schon die Sitzplätze reservieren, sofern dies möglich ist. So könnt ihr sicher sein, dass ihr als Familie zusammen sitzen könnt und euch zum Beispiel einen Fensterplatz sichern.

Die Flugzeit
Die meisten Eltern entscheiden sich bei längeren Flugzeiten für Nachtflüge.
Der Vorteil: wenn ihr nachts fliegt, verschlafen die Kleinen oft den Flug, außerdem gerät ihr Schlafrhythmus dann nicht durcheinander. Solltet ihr tagsüber fliegen, ist es ratsam, einen Fensterplatz zu buchen.
So gibt es für die Kleinen während des Fluges viel zu beobachten.
Reisepässe nicht vergessen!
Bevor ihr euch auf den Weg zum Flughafen macht, vergewissert euch, ob ihr auch allenotwendigen Reisedokumente eingepackt habt. Seit 2012 benötigen auch Kinder egal welchen Alters einen eigenen Reisepass bei Reisen ins Ausland.

Das Handgepäck
Flüssigkeit ist mittlerweile im Handgepäck nur noch in geringen Mengen erlaubt, weshalb es unter Umständen schwierig wird, die notwendige Babynahrung mit ins Handgepäck zu nehmen. Im Normalfall bieten die Fluggesellschaften aber spezielle Menüs für Babys und Kinder an, die man auch schon bei der Buchung mit bestellen kann. Auch Wasser für Fläschchen wird zur Verfügung gestellt.
Im Handgepäck sollten alle notwendigen Dinge zum Wickeln nicht fehlen, außerdem solltet ihr eine kleine Decke oder einen extra Pullover einpacken, da es im Flugzeug sehr kühl ist. Vor allem wenn eure Kinder schon mobil sind, ist es schwierig, sie auf den Sitzen zu halten. Um die Kleinen während des Fluges beschäftigen zu können, solltet ihr außerdem Spielsachen wie ein schönes Bilderbuch, Malsachen oder Reisespiele und eventuell Knabbereien einpacken. So kommt während des Fluges keine Langeweile auf.

Die Wartezeit bis zum Start
Am Flughafen angekommen, beginnt zunächst das große Warten, bis es auch endlich losgeht. Insbesondere mit kleinen Kindern kann die Wartezeit bis zum Start schon mal nervenaufreibend sein. Viele Kinder lassen sich ablenken, indem man mit ihnen die Flugzeuge beobachtet. So bemerken sie manchmal gar nicht, wie die Zeit vergeht. Familien dürfen meistens zuerst ins Flugzeug einsteigen. Der Vorteil ist, dass man sich so in Ruhe einrichten und das Handgepäck verstauen kann, allerdings ist für die Kinder das lange Sitzen, bis es dann endlich losgeht, unangenehm. Sie werden unruhig und wollen sich bewegen. Viele Familien handhaben es daher so, dass ein Elternteil schon mal an Bord geht, während der andere Elternteil erst zum Schluss mit dem Nachwuchs dazukommt.

Während des Fluges
Ohrenschmerzen vorbeugen
Viele Babys und Kleinkinder haben bei Start und Landung schmerzende Ohren. Um dies zu verhindern, ist es hilfreich, jeweils eine halbe Stunde vor Start und Landung Nasentropfen oder Nasenspray in beide Nasenlöcher zu geben. So entsteht der Druckausgleich und die Kleinen haben keine Schmerzen, da so die Verbindungsgänge zwischen dem Mittelohr und den Nasennebenhöhlen geweitet wird. Bei Babys können auch Stillen, das Fläschchen oder der Schnuller Abhilfe verschaffen. Wenn eure Kinder schon etwas größer sind, können sie während Start und Landung Kaugummi kauen.
Sicherheit während des Fluges
Viele Eltern nehmen Kindersitze für das Auto mit ins Flugzeug, damit ihr Baby während des Fluges gut gesichert ist. Diese Sitze müssen auch für Flugzeuge zugelassen sein und bei der jeweiligen Fluggesellschaft im Vorfeld angemeldet werden, damit sicher sein kann, dass der Autositz auch mit den Flugzeugsitzen kompatibel ist. Der Nachteil: man muss den Sitz,
auf dem der Autositz befestigt wird, mitbezahlen. Für die meisten Eltern ist aber klar; dass die Sicherheit vorgeht und deshalb tiefer in die Tasche gegriffen wird. Wenn eure Kinder während Start und Landung auf dem Schoß sitzen, müssen sie einen Loop Belt tragen. Dieser ist seit einigen Jahren Pflicht. Bei dem Loop Belt handelt es sich um eine Schlaufe, die am Beckengurt des Erwachsenen angebracht ist. Ob der Loop Belt wirklich sicher ist, ist umstritten. Das Verletzungsrisiko ist im Ernstfall hoch, da der Gurt in die Weichteile schneiden und das Kind verletzen könnte. Für welche Variante ihr euch für euer Baby entscheidet, liegt dabei aber ganz in eurem Ermessen.
Nach dem Erlöschen des Anschnallsignals könnt ihr euer Baby übrigens in ein spezielles Bettchen legen, das ihr im Vorfeld reservieren könnt. Es ist für Babys bis zu einer Körpergröße von 83 cm geeignet. Ältere Kinder sollten im Idealfall auch während des Fluges angeschnallt bleiben, was sich jedoch vor allem auf längeren Flügen kaum realisieren lässt, da Kinder einen großen Bewegungsdrang haben und viel lieber im Flugzeug auf Erkundungstour gehen. Die oben genannten Dinge fürs Handgepäck können da Abhilfe verschaffen.

Platz zum Wickeln
Wenn euer Baby während des Fluges gewickelt werden muss, könnt ihr die Wickeltische zum Herunterklappen verwenden, die im Regelfall in den Waschräumen angebracht sind. Diese sind jedoch eher für kleine Babys geeignet und weniger für Kinder, die schon etwas älter sind, da sie nicht viel Platz bieten.

Gepostet in Nachrichten Von

Elke Kramer