Kennt ihr das auch? Der Tag muss ins Bett, und ihr wollt das auch!... aber da sitzt noch so ein süßer kleiner Schatz auf eurem Schoß und fordert: "Bitte noch eine Gute-Nacht-Geschichte!" Ihr würdet ja gern, aber ihr seit dem Schlaf näher als jedem Abenteuer… Nein, ihr seid keine schlechte Mutter und kein schlechter Vater, ihr seid einfach k.o.!

Mir ging es manchmal ähnlich. Es gab Abende, da fiel mir einfach nichts ein oder ich war zu müde um auch nur noch einen halbwegs pädagogisch wertvollen Satz zu meinem „Windel-Piraten“ zu sagen, geschweige denn in phantasievolle Welten abzutauchen.

Dabei sind wir Menschen ja eigentlich „Wortwesen“, quasseln den ganzen Tag auf der Suche nach Bestätigung, Neuigkeiten und Wahrheiten. Alles was wir lieben und hassen, wünschen und fürchten leben wir in Geschichten mit unseren Freunden und der Familie aus. Kein Wunder, dass unsere Kinder „Märchensüchtig“ sind.

Also raffte ich mich mit den Worten auf: „Aber nur eine ganz Kurze“. Wie sollte ich diesen Kulleraugen auch widerstehen. Wenn ich ehrlich bin, gibt es denn etwas tolleres als meinem Kind eine schöne Erinnerung zu schenken? In die leuchtenden Äuglein zu schauen, die bei jedem meiner dahingehauchten Worte immer schwerer werden? Nein!

Ich kuschelte mich also ins Bett neben meinen Schatz und begann zu lesen „Es war einmal…“ das war dann auch schon das Letzte woran ich mich erinnere…als ich das Bewusstsein “wiedererlangte“ schlummerte mein Kind selig in meinen Armen…Oh man, sie sind sooo süß, wenn sie schlafen….und meine Erkenntnis des Abends: Gute Nacht Geschichten funktionieren auch bei „Großen Prinzessinnen“!

Neben den klassischen „Gebrüder Grimm Märchen“ hatten wir aber auch eine ganz eigene Form des Geschichten Erzählens für uns entdeckt. Wir bauten Abenteuergeschichten um Alltäglichkeiten und ich bezog mein Kind mit ein. Ihr glaubt gar nicht, was für eine spannende Story sich um eine „verlegte Brille“ basteln lässt. Unsere Geschichten waren unlogisch, albern und überraschend. Es wurde mal ganz leise und mal ganz laut erzählt. Drachen wurden besiegt und es existierten keine physikalischen Regeln – unsere „Drehbücher“ waren quasi „Oscarreif“! Aber so verschieden unsere Abenteuer auch waren, eines hatten Sie jedoch immer gemeinsam – sie hatten immer ein „Happy End“!

Vielleicht versucht ihr das heute Abend auch einfach mal. Es ist ganz leicht, ihr müsst einfach eurem „nächsten Wort“ vertrauen!

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Elke Kramer