Mutterliebe lässt sich nicht auf Knopfdruck bestellen. Es gibt Frauen, die bereits in der Schwangerschaft starke Gefühle für ihr ungeborenes Kind entwickeln, während andere Frauen sich auch die erste Zeit nach der Geburt noch schwer damit tun.
Die Fürsorge und Besorgtheit, die eine Mutter für ihr Baby entwickelt, wird durch Hormone bestimmt. Unter anderem ist das Hormon Oxytocin dafür verantwortlich, das die Gefühle und auch das Verhalten steuert. Frauen, die einen Kaiserschnitt oder eine schwere Geburt hinter sich haben, bekommen häufig Oxytocin verabreicht. Es sorgt dafür, dass die Muttergefühle
wachsen und die Milch einschießt. Die Wirkung setzt nicht sofort ein, die Muttergefühle kommen mit der Zeit und wachsen Stück für Stück.

Da die erste Zeit mit dem Baby oft sehr anstrengend ist, werden viele frischgebackene Mütter von Zweifeln geplagt, ob sie ihr Baby genügend lieben können. Schlaflose Nächte, kaum Zeit für sich allein, ein Baby, das viel weint. All das kostet Kraft und Nerven. Da ist es kein Wunder, dass viele Mamas zunächst verunsichert sind und an ihren Mutterqualitäten zweifeln. Es braucht eine gewisse Zeit, bis man als Familie einen gemeinsamen Rhythmus gefundenhat. Dem frischgebackenen Papa
wird das nicht anders gehen. Auch für ihn ist allesneu und die Umgewöhnung gelingt nicht vom einen auf den anderen Tag. Wichtig ist, dass ihr euch Zeit gebt, euch an die neue Situation zu gewöhnen. Dann wächst die Mutterliebe von ganz allein und ihr findet euch in eure neue Rolle als Mama ein.
Wie kann ich eine gute Bindung zu meinem Baby aufbauen?
Allen Eltern ist es natürlich besonders wichtig, eine enge Bindung zu ihrem Kind aufbauen zu können. Vielleicht hattet ihr eine komplizierte Geburt oder euer Schatz hatte einen schweren Start ins Leben und musste medizinisch betreut werden. Für die frischgebackenen Mütter führen solche Situationen zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Neben all der Sorge um ihr
Neugeborenes mischen sich dann meistens auch Gefühle wie Wut und Verzweiflung. Viele Frauen haben auch das Gefühl, versagt zu haben, wenn die Geburt nicht wie im Bilderbuch abgelaufen ist und alles ganz anders kam, als sie es sich vorgestellt haben.
All das bedeutet aber nicht, dass ihr eine schlechte Bindung zu eurem Baby haben werdet. Mit intensiver Zuwendung und vielen Kuscheleinheiten lassen sich die Stunden, die ihr getrennt voneinander verbracht habt, nachholen. Für euer Baby ist vor allem wichtig, dass die Bindung zu euch Beständigkeit hat. Bindung könnt ihr eurem Baby durch viel Fürsorge im Alltag vermitteln. Viel Körperkontakt, eine sanfterUmgang beim Füttern, Wickeln und Baden, liebevolle Streicheleinheiten und Trost spenden, wenn euer Baby einmal unglücklich ist. Schon nach kurzer Zeit erkennt es eure Stimme wieder und auch euer Geruch ist für euer Baby unverwechselbar. 
In der ersten Zeit empfindet euer Baby euch als Mama übrigens als Teil seiner selbst. Das nennt man Mutter-Kind-Symbiose. Der Papa wird hingegen als eigenständige Person wahrgenommen. Daher ist es durchaus ratsam, den Vater als Bezugsperson mit einzubringen, damit ihr als Familie flexibler bleibt. Für euch als Mama kann es nämlich zur enormen Entlastung werden, wenn auch der Papa euch das Baby einmal abnehmen und zum Beispiel das Füttern übernehmen kann. So könnt ihr euch eine kleine Verschnaufpause gönnen und auch einmal für ein oder zwei Stunden ohne euren kleinen Schatz unterwegs sein. Oder beispielsweise ein wenig verpassten Schlaf nachholen. 
Für alle alleinerziehenden Eltern ist es wichtig zu wissen, dass euer Kind genug Bindung erleben kann, auch wenn ihr es alleine großzieht. Für ein Baby ist von Bedeutung, dass es mindestens einen Menschen in seinem Leben hat, der zuverlässig für es sorgt und ihm Zuneigung und Geborgenheit vermittelt. 
Wieso fällt es mir so schwer, mich um mein Baby zu kümmern? 
Viele Frauen leiden nach der Geburt ihres Babys unter starken Stimmungsschwankungen, die meistens hormonell begründet sind. Im Regelfall verschwinden diese Stimmungsschwankungen nach ein paar Tagen wieder. Manchmal geraten die Frauen aber in eine tiefe Krise, aus der sie selbst keinen Ausweg finden. Sie sind dann häufig kaum noch in der Lage, sich um ihr Baby zu kümmern und positive Gefühle für ihr Baby zu empfinden und verzweifeln sehr an dieser Situation. Betroffene sollten sich in jedem Fall schnellstmöglich an einen Arzt wenden. Dieser kann beurteilen, ob es sich um eine Wochenbettdepression handelt. Eine Wochenbettdepression ist sehr ernst zu nehmen und sollte unbedingt behandelt werden. Es kann jede Frau treffen und eine Wochenbettdepression zu haben, bedeutet nicht, dass ihr eine schlechte Mutter seid und eurem Kind nicht gerecht werden könnt. Betroffene Frauen sollten daher nicht aus lauter Scham darauf verzichten, sich Hilfe zu suchen, sondern vielmehr offen mit ihrer Lage umzugehen. Familie und Freunde können in dieser Zeit eine wichtige Stütze sein und werden euch sicherlich gerne bei der Pflege eures Babys unterstützen.

Gepostet in Nachrichten Von

Elke Kramer