Für viele frisch gebackene Eltern ist die Weihnachtszeit nicht nur besinnlich, sondern auch eine kleine Herausforderung. Hat dein Baby im letzten Jahr noch friedlichen auf dem Arm geschlummert, erkundet es seine Umgebung in diesem Jahr vielleicht schon selbstbewusst auf beiden Beinen oder aber es bahnt sich seinen Weg auf allen Vieren. Alles was ihm dabei begegnet wird natürlich furchtlos und mit großer Neugierde bestaunt, angefasst und ausprobiert. So auch deine Weihnachtsdekoration!

Damit du das Fest in vollen Zügen und ohne Sorgen genießen kannst, begeben wir uns gemeinsam auf eine virtuelle Tour durch dein Haus und schauen, worauf in Sachen Kindersicherung besonders zu achten ist.

Kinderaugen leuchten jedes Jahr wieder im Antlitz eines glitzernden, bunt geschmückten Weihnachtsbaums im Wohnzimmer. Keine Frage, ein Baum gehört dazu und trotzdem gilt es, deinem Kind zuliebe einige Vorkehrungen und Entscheidungen zu treffen. Deine erste Möglichkeit ist ein künstlicher Weihnachtsbaum. Der wirft keine Nadeln ab, ist um einiges leichter als eine echte Tanne und daher auch weniger gefährlich. Solltest du dich für ein solches Exemplar entscheiden, schau dir aber genau an woraus der Baum besteht und ob die Inhaltsstoffe eventuell schädlich oder allergieauslösend sein könnten.

Möglichkeit Nummer zwei ist ein echter Weihnachtsbaum. Wir empfehlen, entscheide dich für ein kleineres Exemplar und platziere es erhöht auf einem Tisch oder Schränkchen. Achte darauf, dass dieser nicht wackelt und sicher steht. Damit schlägst du gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Die kleinen Kinderhände können die Zweige nicht erreichen und sowohl Beschaffung als auch Entsorgung sind um einiges einfacher und auch günstiger. Sollte so ein Mini-Baum nun ganz und gar nicht deinen Vorstellungen entsprechen, dann musst du auf einen prächtigen großen Baum nicht verzichten. Wichtig ist aber ein sehr stabiler Fuß und die zusätzliche Fixierung des Baumes mit einer Kordel. Entweder du lässt die unteren Zweige undekoriert, so dass dein Kind nicht an die Deko drankommt oder aber du bist kreativ und verwendest das Laufgitter deines Kindes mal anders und zäunst den Baum quasi ein.

Apropos Dekoration, Glaskugeln sind natürlich ein No-Go aber auch kleine Plastiksterne und andere Dekoelemente die zerbrechlich oder sehr klein sind, sollten tunlichst vermieden werden. Keine Sorge, es gibt viele wunderschöne und kinderfreundliche Alternativen. Figuren aus Holz, Stoff und Papier schaffen hier Abhilfe und Anhänger aus Lebkuchen sind der absolute Renner. Das Backen der Lebkuchen-Anhänger ist nicht nur eine tolle gemeinsame Aktivität für dich und dein Kind, sondern hüllt dein Wohnzimmer auch in einen herrlich weihnachtlichen Duft. Auf echte Kerzen am Baum kannst du getrost verzichten und stattdessen eine LED Lichterkette benutzen. Achte aber bitte darauf, dass diese TÜV zertifiziert ist und verstecke die Kabel so gut es geht. In jedem Fall sollte jeder Haushalt mit Rauchmeldern und einem Feuerlöscher ausgestattet sein.

So, jetzt steht dein wunderschön dekorierter Weihnachtsbaum im Wohnzimmer und ist kindersicher aufgebaut. Nadeln wird er trotzdem abwerfen, das lässt sich kaum vermeiden. Die Tannennadeln selbst sind zwar nicht giftig, wenn dein Kind sie verschluckt besteht allerdings Erstickungsgefahr. Deshalb, abgeworfene Nadeln regelmäßig entfernen und dein Kind nicht aus den Augen lassen. Eine kleine Anmerkung zur Qualität von Weihnachtsbäumen möchten wir dir noch mit auf den Weg geben. Weihnachtsbäume sind längst nicht mehr nur ein Nebenprodukt der Forstwirtschaft, sondern werden gezüchtet. Dabei kommen oft Pestizide zum Einsatz, die wir besonders in einem Haushalt mit Kindern vermeiden sollten. Wenn möglich, greifst du im besten Fall zum Bio-Weihnachtsbaum. Dieser ist nicht auf Plantagen gezüchtet, sondern im Wald geschlagen und trägt ein Bio-Siegel.

Weihnachtsdeko im Kinderzimmer ist unserer Meinung nach kein Muss. Wenn dein kleiner Wirbelwind dennoch darauf besteht, beschränke dich auf eine TÜV geprüfte Lichterkette, einen Schwibbogen mit LED Lichtern oder einfach einen schicken Weihnachtskalender. Achte aber auf jeden Fall darauf, dass jegliche Dekoration und deren Kabel außer Reichweite des Kindes platziert sind, nur von weitem bestaunt und nur in deiner Anwesenheit eingeschaltet werden.

Die Weihnachtszeit lädt natürlich zum gemeinsamen Backen in der Küche ein. Und wahrscheinlich weißt du schon was jetzt kommt, genau, hier ist Vorsicht geboten. Hier stehen viele elektrische Geräte, wie Toaster und Wasserkocher. Achte darauf, dass die Kabel dieser Geräte so gut es geht weggesteckt sind und dein Kind nicht daran ziehen kann. Wenn die lecker duftenden Weihnachtsplätzchen im Ofen sind und sich dieser niedrig befindet, dann macht es Sinn hier eine Kindersicherung anzubringen. Viele Systeme lassen sich zum Beispiel nur durch eine Kombination aus Drücken und Ziehen öffnen und das schafft ein Kleinkind noch nicht. Kinder spielen außerdem gern mit Schubläden und Schranktüren und insofern sich darin nichts Gefährliches befindet, ist das auch in Ordnung. Zumindest solltest du aber einen Klemmschutz anbringen, der das komplette Schließen der Schublade verhindert und eingeklemmten Kinderhänden vorbeugt. Wenn möglich, vermeide beim Backen Zutaten wie kleine Nussstückchen, an denen sich dein Kind leicht verschlucken kann.

Besonders in der Weihnachtszeit wird man leicht dazu verführt, auch im Badezimmer ein paar Kerzen aufzustellen und ein schönes heißes Bad zu genießen. Wenn du dich dafür entscheidest, benutze die Kerzen nur dann, wenn du dich ohne Kind im Bad aufhältst, lasse niemals Streichhölzer oder Feuerzeuge herumliegen und bewahre die Kerzen nach Gebrauch außer Reichweite des Kindes auf. Das gilt generell für alle Räume im Haus.

Zu guter Letzt noch einen Hinweis zum Thema Geschenke und Familienbesuche. Geschenke solltest du mit deinem Kind gemeinsam auspacken und die Verpackung dann wegräumen. Geschenkfolie und -band könnten sonst zur Gefahr werden, wenn das Kind unbeaufsichtigt damit spielt. Die Weihnachtszeit ist außerdem jedes Jahr wieder ein wunderschöner Anlass, um Freunde und Familie zu besuchen. Wenn ihr auswärts zu Besuch seid, denke aber stets daran, andere Haushalte sind womöglich nicht kindersicher. Behalte deinen Wirbelwind also immer gut im Auge.

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Elke Kramer